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Hohe Birga bei Birgitz

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Offline Kalle Eberle

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    • das 'alte' Außerfern

Die Hohe Birga (1938)
Die Wallburg von Birgitz - lautete Mitte September 1938 die Schlagzeile in einer der vielen Tageszeitungen. Der weitum bekannte Professor und Altertumsforscher Dr. Oswald Menghin betätigte sich schon geraume Zeit mit Grabungen auf der Hügelkuppe nördlich des Dorfes Birgitz. Mit Unterstützung der Universität Wien und der deutschen Forschungsgemeinschaft in Berlin, konnten ab Ende August "sensationelle Grabungserfolge" an der "hochinteressanten vorgeschichtlichen Wallburg" erreicht werden.

"Die Wallburg von Birgitz liegt auf einem Moränenhügel am Abhang der Axamer Terrasse" im südwestlichen Innsbrucker Mittelgebirge. Schon wesentlich früher waren die überwachsenen Wall- und Mauerzüge aufgefallen, welche in ihrem Inneren aber auch Wohnstätten besessen haben dürften. Auf stufenartig angelegten Terrassen fanden sich in dem teils eingestürzten Mauerwerk der steinernen Sockel der mindestens 8 (13?) rätischen Häuser auch zahlreiche Kleinfunde, wie etwa Scherben, gläserne Armringe der Fritzens-Sanzeno-Kultur - etwa aus dem 3. bis 1. Jahrhundert vor Christus - und ein Mühlstein.

In der Versorgung mit Metall, wie Bronze und Eisen, waren die Bewohner der Siedlung autark. Die Schmiede damaliger Zeit wussten schon einen Vorläufer des Stahls zu fertigen und auch die landwirtschaftliche Entwicklungsstufe war bereits eine sehr hohe.

Menghin leitete aus dem heutigen Namen Birgitz ab, dass die vorrömisch rätische Siedlung einst wohl den Namen "Burgisium oder auch Burgusium" getragen haben könnte. Die Siedlungsfläche dürfte sich dabei auf den westlichen, höheren Hügel - der Hohen Birga - konzentriert haben, wohingegen die östlich und auch tiefer gelegene abgeflachte Kuppe der Niederen Birga - auch Hexenbödele genannt - dem Anschein nach ein Gräberfeld und weitere Siedlungsbauten trug.

War die archäologische Stätte nach ihrer Entdeckung ein viel besuchter Ort, geriet sie aber bald mehr und mehr in Vergessenheit. Es sollte bis zum Jahr 2009 dauern, bis die historische Siedlung wieder aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt und mit einem archäologischen Lehrpfad versehen wurde.

Von den Rätern (Raetern)

Unter Raetern fasst man verschiedene namentlich genannte Stämme mit gleicher kultureller und vermutlich auch ethnischer Zusammengehörigkeit zusammen. Ihr Verbreitungsgebiet umfasste Nordtirol, das Unterengadin, Osttirol und Teile von Regionen in Südtirol und dem Trentino.

Als die römischen Legionen gegen die Germanen vordrangen um einen direkten Zugang zum Krisengebiet nördlich des Alpenbogens zu gewinnen, wurden auch zahlreiche Siedlungen der Raeter - wie eben jene auf der Hohen Birga - durch Niederbrennen zerstört und dem Imperium unter dem Provinznamen Raetia einverleibt.
Text teilweise den Infotafeln auf der Hohen Birga entnommen

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« Letzte Änderung: 09.03.2021, 21:34:59 von Kalle Eberle »


 

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