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Die wandernden Archivalien

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Offline Kalle Eberle

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    • das 'alte' Außerfern
Wiener Zeitung vom 10. Januar 1890

Correspondent Dr. Oswald Redlich übersendete eine ausführliche Darlegung über seine im Jahre 1889 im Auftrage der Centralcommission durchgeführte Archivbereisung unter Vorlage des ausführlichen Berichtes über die einzelnen Archive des Gerichtsbezirkes Reutte und eines Weisthümerverzeichnisses und macht die Centralcommission auf den Uebelstand aufmerksam, daß die Gemeinde-Archive in der Mehrzahl der Fälle von Vorsteher zu Vorsteher wandern. Es liegt an sich nahe, und viele Beispiele können es bestätigen, wie nachtheilig dieser stäte Wechsel des Aufenthaltsortes den Archiven werden kann und in der That schon oft gewesen ist.
Gerade in Folge dieser Gewohnheit sind so viele Sachen durch Nachlässigkeit, Unverstand und Unvorsichtigkeit oder durch Unfälle mit Feuer oder Wasser, endlich durch Zurückbleiben bei früheren Vorstehern ganz zu Grunde gegangen oder wenigstens zerstreut worden. Es sei nicht zu versäumen, bei den betreffenden Gemeinden auf eine bessere und ständige Aufbewahrungsart der Archivalien hinzuwirken, und mancher einsichtige Vorsteher hat selbst diesen Uebelstand beklagt und für dessen Beseitigung etwas zu thun zugesagt. Es dürfte nicht schwierig sein, die Gemeinden zu verhalten, ihre Archivalien und älteren Tipare in ständigen und sicheren Orten aufzubewahren, sei es in einer eigenen, wohlverschließbaren Mauernische, in einer entsprechenden Truhe, in der Kirche oder in der Sacristei, im Gemeinde- oder Schulhause. Die Sektion beschloß, im Sinne dieser Anregungen das Geeignete zu veranlassen.


'Das Lechthal. Reutte mit dem Tanneller und Ruine Ehrenberg - Originalzeichnung von Max Kuhn' (etwa 1895)


 


 

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