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Hallo Ralf

Eine ständige Besiedlung meinte ich dabei eigentlich auch nicht. Ich bin auch der Meinung, dass es sich hier um Streifzüge während der Jagd oder die Beweidung der Täler und Wiesenflächen gehandelt hat. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang die Weganlage bei Pfronten hinein in das Engetal (offenbar hallstattzeitlich) oder den Knobel bei Weißenbach (ebenfalls eisenzeitliche Funde). 
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Servus Kalle,

mir stellt sich die Frage, ob das Außerfern in der vorrömischen Eisenzeit überhaupt ständig besiedelt war. Abgesehen von ein paar Sennen und Hirten, die wohl eher über die Jöcher und über den Fernpass aus dem Inntal als aus dem Alpenvorland gekommen sind, wird es nicht viele Menschen gegeben haben. Sicher war es auch ein Durchzugsland für ein paar Händler (und Plünderer), die über die Pässe in den Süden gezogen sind, aber sicher nicht in dem Ausmaß wie danach in der Römerzeit.
Für dauerhafte keltische Besiedelung fehlen meines Wissens die Belege. Es gibt weder hallstattzeitliche Hügelgräber noch spätlatènezeitliche Viereckschanzen. Bei der Schanze in Pinswang unterhalb des Schlosses im Loch hat man jedenfalls bei einer Grabung keine Hinweise auf eine eisenzeitliche Zeitstellung gefunden.
Wovon hätten die Menschen auch leben sollen? Das Klima ist viel zu rauh, als dass der Ackerbau sich gelohnt hätte. Die Niederungen am Lech waren ohne Hochwasserschutz  vermutlich ein bei jeder Gelegenheit überflutetes Sumpfloch. Wenn hier in Kaufbeuren im Frühjahr die Wiesen schon grün sind, liegt im Außerfern noch lange Schnee.
Die bronzene Adorantenfigur von der Imster Ochsenalpe erinnert mich übrigens in Haltung, Gesichtsausdruck und wegen der "Nieten" im Brustbereich stark an die Trägerfiguren der sog. Kline des keltischen Fürsten von Hochdorf. So wird der Adorant mal als rätisch mal als keltisch kategorisiert. Die kleine Adorantenfigur habe ich übrigens vor ein paar Jahren im  Ferdinandeum in Innsbruck gesehen. Ich war überrascht, sie dort zu finden, da ich irgendwo gelesen hatte, dass das Original sich im  Museum in Imst befinde. Vielleicht war das Exemplar im Ferdinadeum also nur ein Abguss.
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Allgemeine Fragen und Themen zur Außerferner Geschichte / alte Karten
« Letzter Beitrag von Kalle Eberle am 08.04.2021, 20:53:47 »
karte Karte Außerfern, vmtl. Ende des 19. Jahrhunderts
 
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Tannheim / Gutheinz-Lift
« Letzter Beitrag von Kalle Eberle am 08.04.2021, 20:06:38 »
der sogenannte Gutheinz-Lift bei Tannheim - Franz Milz Verlag - 1956 (mit Dürrenegg-Tanne) :)



 
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Lermoos / bäuerlicher Alltag in Lermoos
« Letzter Beitrag von Kalle Eberle am 05.04.2021, 17:50:36 »
Illustration des bäuerlichen Alltags in Lermoos - Illustrator (noch) unbekannt



 
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Ehrwald / Knorrhütte
« Letzter Beitrag von Kalle Eberle am 05.04.2021, 17:10:25 »
die 1855 erbaute Knorrhütte - hier in einem Bildnis von E.T. Compton



 
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Exkursionen / Fritzens - Pirchboden
« Letzter Beitrag von Kalle Eberle am 04.04.2021, 21:00:05 »
Fritzens im Inntal - namengebender Ort eines ganzen Kulturkreises, welcher sich über das gesamte Nordtiroler Gebiet, Osttirol sowie Südtirol und dem Trentino erstreckt. Archäologische Lehrpfade, Infotafeln und jede Menge Illustrationen welche das Leben der damaligen Menschen wiedergeben...

Moment mal!
Nein! - Nichts dergleichen...

Wer durch den Ort Fritzens spaziert und sich aufmacht, den Pirchboden etwa 200 Höhenmeter oberhalb des Dorfes zu inspizieren, der findet - aber nur wenn er sehr aufmerksam ist - beim Gang die Bergstraße hinauf eine Bronzetafel.

fritzens-sanzeno-kultur bronzetafel fritzens
IN DIESEM BEREICH ENTDECKTE 1917 DER SPRENGELARZT DR. KARL STAINER AUS WATTENS SPUREN EINER RÄTISCHEN SIEDLUNG AUS DER ZEIT UM 500 V. CHR. MIT KERAMIKEN BESONDERER ART, DIE MIT NAMENSGEBEND WURDEN FÜR DIE IN TIROL WEIT VERBREITETE
FRITZENS-SANZENO-KULTUR

Das war es dann auch schon an Informationen..!

Oben am Pirchboden angekommen, fällt die relativ ebene Fläche, wie auch die zu drei Seiten steil abfallenden Flanken auf. Nur bei genauem Besehen kann man ab und an eine Vertiefung bzw. Mulde auf der Hochfläche ausmachen. Vermutlich die damaligen Standplätze der rätischen Häuser, deren Bewohner möglicherweise einer Elite entstammten, wohingegen die einfache bäuerliche Bevölkerung am Fuß des Hügels lebte.


die Hochfläche Pirchboden über Fritzens

Ein vorgeschichtlicher Zugangsweg scheint sich von Osten (Terfens) kommend quer durch den Hang zu der Hochfläche hinzuziehen. Dieselbe weist hie und da noch Reste von Wallanlagen an den Außenrändern auf. Mehr gibt es leider nicht zu erforschen, da der östliche Teil der Fläche überdies mit dichtem Wald bewachsen und im Zuge eines Spazierganges nur erschwert zugänglich ist.
Ganz im Osten des Bodens senkt sich das Gelände hin zu einer Einsattelung ab, welche das Areal von der Hochfläche zwischen Gnadenwald und Umlberg (Terfens) trennt.

Offenbar wurden während Grabungen ab dem Jahr 1993 insgesamt 3 Häuser untersucht, wobei neben einem Gürtelblech auch Fibeln, eine Lanzenspitze und weitere eher dem landwirtschaftlichen Milieu entsprechende Gerätschaften aufgefunden wurden.

Aus historischer Sicht gibt es dann doch noch eine interessante Gegebenheit in diesem Zusammenhang - der Sprengelarzt Dr. Karl Stainer war der Sohn der Anna Stainer-Knittel aus Elbigenalp.
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Tannheim / Alpen-Gasthof Vilsalpsee
« Letzter Beitrag von Kalle Eberle am 03.04.2021, 21:38:57 »
Alpen-Gasthof Vilsalpsee b. Tannheim - Foto: Ludwig Reiter - gelaufen 1927



 
Innsbrucker Nachrichten vom 8. Mai 1926
Das Wirtschaftsgebäude am Vilsalpsee ist im letzten Sommer bekanntlich abgebrannt. An dessen Stelle wird jetzt ein Gebäude mit zwei Stockwerken gebaut, das 20 Lokalitäten erhalten wird. Der Bau soll bis Juli beendet sein. Wenn sich der Fremdenverkehr im Laufe der Zeit derart steigern sollte, daß die Raümlichkeiten den Verhältnissen nicht mehr entsprechen würden, so ist eine planmäßige Vergrößerung schon vorgesehen. Es dürfte auch der Straßenzug zum Neubau eine Verbesserung erfahren, besonders beim Gappenfelderbach, damit auch die Autos ohne Hindernisse bis zum See fahren können. Der Bau wird von der Gemeinde ausgeführt.
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Nesselwängle / Ausflug ins Tannheimertal
« Letzter Beitrag von Kalle Eberle am 03.04.2021, 21:19:02 »
Ausflug ins Tannheimertal - Foto: privat, August 1928



 
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Tannheim / Tannheimer Heimweide
« Letzter Beitrag von Kalle Eberle am 02.04.2021, 21:30:17 »
Der Hirte auf der Tannheimer Heimweide bei Kienzen - Foto: A. Gehring - etwa 1950er Jahre



 
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