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die Geister die man rief

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Offline Kalle Eberle

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    • das 'alte' Außerfern
Innsbrucker Nachrichten vom 31. Aug. 1910

...durch die Umlegung der Gachtstraße, welche in einem Jahre dem öffentlichen Verkehr übergeben werden soll, hofft' man noch stärkeren Fremdenverkehr, der dann durch die Eröffnung der Bahn von Innsbruck nach Reutte noch bedeutend steigen dürfte. Wie man aber von Fachleuten vernimmt, soll die Gachtstraße nach den heutigen Verkehrsverhältnissen zu schmal gebaut werden. Auch die Straße durch daß Tal ist an manchen Stellen bloß etwas mehr als 3 Meter breit und entspricht den häutigen Verhältnissen in keiner Weise. Man muß sich verwundern, daß nicht mehr Unglücksfälle vorkommen trotz des starken Automobilverkehres. Auch sollte die Straße durchwegs mit Bäumen bepflanzt und entsprechend gepflegt werden. An einzelnen Stellen sieht man zwar Bäume, welche aber vom Straßeneinräumer mehr als notwendig und vorteilhaft beschnitten und gestutzt wurden. In jedem Orte des Tales sollte ein Verschönerungsverein ins Leben gerufen werden, der gewiß ein reiches Arbeitsfeld hätte, um den fremden Gästen den Sommeraufenthalt recht angenehm und bequem zu machen.

Auch wäre es empfehlenswert, wenn an Straßen und öffentlichen Wegen das Wasser der Dachtraufen in entsprechender Weise abgeleitet werden würde. Es kommt selbst an der Reichsstraße vor, daß an Stellen, wo das Regenwasser nicht ohne Unkosten abgeleitet werden kann, die Straße auf der betreffenden Seite bis an den Rand mit Schotter belegt wurde; dadurch erhielt man eine schiefe Lage der Straße und führte auf diese Weise das Regenwasser über die Straße dem anderen Anrainer zu. Auch bei Ställen fehlt es häufig an geeigneten Jauchengruben, welche bei schlechtem Wetter nicht nur einen unerträglichen Gestank verbreiten, sondern auch Straße und Wege verunreinigen. Die Wege, welche von der Gemeinde erhalten werden müssen, sind ebenfalls nicht in jenem Zustande, wie sie es sein sollten. Die Straße von der Gaudenze-Mühle bis zur bayrischen Grenze und die vom Zollamte Vilsrain-Schattwald bis zur Grenze bezw. bis Rehbach sollten zu Konkurrenzstraßen des Tales erhoben werden. Dann könnten dieselben mit Hilfe des Landes und Staates in den erforderlichen Zustand versetzt werden. In absehbarer Zeit soll für das Tal ein Elektrizitätswerk gebaut werden. Die erforderliche Wasserkraft bietet der "Fallstrudel" am Vilsbache bei Schattwald. Wenn nun jedes Jahr ein kleiner Fortschritt zu verzeichnen wäre, so müßte im Laufe der Zeit unser Hochtal ein vielbesuchter Aufenthaltsort werden...


die 'Gaechtpaßbrücke im Gemstal' - Foto Pfleghaar - Karte gelaufen 1926


 
« Letzte Änderung: 16.06.2021, 19:47:42 von Kalle Eberle »


 

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