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Der Wasserhund bei Reutte

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Offline Kalle Eberle

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    • das 'alte' Außerfern


Elizabeth Jane Gardner (etwa 1900) - gemeinfrei
Ho Büabla! watat it so köck,
Und machat ui vom Leach awöck,
Gar in'am Gumpa dund
Hockt schtill der zottig Wasser-Hund.
Dös ischt a fürchtig zoarnig Tiar,
As Gerbars Mohrl beasar schiar,
Bald paßt er auf der Seita hön,
Nach wieder aff dar uana dön.

Und fahra kanns's wia's Fuir so gschwind,
Doch sicht ma nix kuan Bauch no Grind,
Und wönn a Büabla zuache goht
Und bis an d'Knoda einha stoht,
Da fahrts 'n pass in 'd Füass und beißt
Und's mit si' furt in Gumpa reißt.
Mog's Büabla schreia Muattar oh!
Und hinn und pflönaa no a-so.

Des Büabla sicht sei Muattar numm,
Und numma keahrts zum Vatter um.
Gar numma kunt ös huem i's Haus,
Der Wasser-Hund der lat's it aus,
Und Wella nöhmets furt, as sinkt,
As kann numm schnaufa und dartrinkt.
Nu wöck iatz, globat am alta Maa,
Und mörket's reacht und denkat draa!
Karl von Lutterotti

Der Lech

Tatsächlich hat der Lech immer wieder Kinder mit sich genommen und zuletzt die kleinen leblosen Körper auf einer Sandbank oder eben einem Gumpen abgelegt bzw. treiben lassen. Die Matriken der lechanrainenden Orte berichten häufig von ertrunkenen Kleinkindern und Kindern, die mit ihren Freunden oder Geschwistern am Lech spielten.
Der Wasserhund und auch sein Oberlachtaler Kollege, der Bluatschink, sollten den Knirpsen den nötigen Respekt vor den reißenden Fluten dieses Wildflusses einflößen.
Trotzdem zogen die weitläufigen Schotterbänke und wilden Auen die Kinder immer wieder wie magisch an. Gab es doch soviele Spielmöglichkeiten, soviele versteckte Winkel zu entdecken.

 
« Letzte Änderung: 28.09.2021, 19:12:41 von Kalle Eberle »


 

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