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Die Post ohne Kutscher

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Offline Kalle Eberle

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    • das 'alte' Außerfern
Aus Allgemeiner Tiroler Anzeiger vom 7. Feb. 1913

Aus Weißenbach wird uns geschrieben: Am 3. Februar abends kam die Tannheimer Post ohne Postillon an. Da ein Unglück vermutet wurde, ging gleich die Anzeige an die k. k. Gendarmerie, welche mit zwei Mann nach dem verlorengegangenen Postillon auf die Suche ging. Michael Wex, Ritterwirt aus Tannheim, ritt mit seinem Pferde von Weißenbach nach Tannheim und begegnete auf der neuen Gaichtstraße dem Postfuhrwerk ohne Bemannung. Als er noch eine Strecke weiter gekommen war, fand er den „Poster" regungslos auf dem Boden liegen. Herr Wex glaubte, es mit einem Toten zu tun zu haben und erstattete in Nesselwängle die Meldung vom Unglücksfall. Zum Glück stellte sich heraus, daß der Postkutscher nicht tot, sondern bloß koberig war. Der Postillon, welcher die letzte Nacht ganz den Faschingsgenüssen gewidmet hatte, wurde vom Schlafe überwältigt und stürzte vom Wagen, ohne es zu bemerken, auf den Boden. In seinem weichen Schneelager pflegte er seinen Schlaf weiter; das kalte Lager erweckte ihn jedoch bald, worauf er sein Gefährte suchen eilte. So trafen ihn die beiden Gendarmeriepatrouillen, welche sodann mit dem Gefundenen freudig den Rückgang nach Weißenbach antraten.

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Post im Schnee nach C. Dahlen - Gartenlaube Nr. 48 (1866)


 


 

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